Liebe Blutreiter und Pilger: Der Blutritt 2020 am 22. Mai fällt erstmals seit dem 2. Weltkrieg aus, wegen der Corona-Krise.

Das Team um Blutritt.de hat deshalb eine christliche Wallfahrt zum Kloster Weissenau mit anschließendem Besuch der Friedhofskapelle und abschließendem Agnus Dei in Weißenau ('Scharfes Eck') organisiert*.

Heilige Wallfahrt zu Ehren von Pfarrer Joseph Anton Wanner
geboren in Bargau 1820
zum Priester geweiht 1847
Pfarrer von Weissenau von 1860 bis 1888
gestorben und begraben in Danketsweiler 1889 


Programmpunkte / Brevier
(um eine vergrößerte Ansicht auf die Bilder zu bekommen: darauf klicken)
10 Uhr

Treffen vor der Klosterkirche in Weissenau. Begrüßung durch den Leiter Silautirips Muidem. Kurzes Ave Maria und Confiteor.

Zitatführung Charta Oecumenica.


Wir achten auf den Mindestabstand.


Für die Zeremonie wird auch ein Pestkreuz mitgeführt. Das Original war während der Pest 1522 durch Rom getragen worden.
Abb. rechts: Klosterkirche Weissenau mit Vorplatz
10.15 Uhr

Gang zum Innenhof des Klosters.

Gemeinsam gesungener Sanktus:

„Heilig, heilig, heilig Gott, Herr aller Mächte und Gewalten.
Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit.
Hosanna in der Höhe.
Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.
Hosanna in der Höhe.“
Abb. rechts: Klosterkirche Weissenau, Innenhof
10.30 Uhr

Schlussgebet im Innenhof


Als Präsidialgebet vom Leiter mit ausgebreiteten Händen vorgetragene Oration zum Abschluss des Eucharistieteiles der Messe (Oratio post communionem), von den Pilgern mit Amen bekräftigt. Es ist nicht Dankgebet für die empfangene Eucharistie, sondern Bittgebet: "Erbittet wird, dass die Feier des Mysteriums das Ende der Pest (Corona) bringe. Das Volk macht sich dieses Gebet durch die Akklamation 'Amen' zu eigen"

Wir verlassen den Klosterhof. Schwenken des Pestkreuzes.
Abb. rechts: Klosterkirche Weissenau, Innenhof
10.50 Uhr

Klageprozession über die Allee zum Friedhof Weissenau


Totenoffizium zu Ehren von Joseph Anton Wanner.


Stundengebetsformular für Lesehore, Laudes und Vesper, heute bezeichnet mit "Gedächtnis der Verstorbenen", das auch an Allerseelen genommen wird.
Abb. rechts: Kapelle auf dem Friedhof Weissenau 
11.10 Uhr

Wir erreichen die Friedhofskapelle.

Kräutersegnung an der Friedhofsmauer.

Königskerze, Wermut, Rainfarn, Beifuß, Schafgarbe, Johanniskraut, Ringelblume, Spitzwegerich ... Bis zu 100 Heilpflanzen kann in manchen Regionen ein Kräuterbüschel umfassen, das am Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel (15. August) zur Segnung in die Kirche gebracht wird. Dieser farbenfrohe Brauch ist für den deutschsprachen Raum zwar erst für das 10. Jahrhundert fassbar, doch reichen seine Wurzeln viel weiter zurück. So wurden Pflanzen, Bäume und Blumen, bereits in der Bibel ganz selbstverständlich mit dem Schöpfergott in Verbindung gebracht, da man sie als Ausdruck seines umfassenden Heilswillens verstand.
Abb. rechts: Kapelle auf dem Friedhof Weissenau, Südseite 
11.30 Uhr

Gemeinsames geführtes Gebet in der Friedhofskapelle.




Wissenswertes zur Friedhofskapelle Weissenau:

Etwa einen halben Kilometer südlich der Klosterkirche, verbunden durch eine Allee, befindet sich die Friedhofskapelle, die 1166 zur Ehre der hl. Jungfrau Maria und des hl. Nikolaus geweiht wurde. Um das Jahr 1200 erreichte der Frauenkonvent einen Stand von 90 Schwestern, "sodass der Lebensunterhalt der großen Gemeinschaft nur noch schwer zu bestreiten war".

Durch eine großzügige Stiftung von Herzog Philipp von Schwaben im Jahre 1197 (St. Christina und weite Teile des heutigen Stadtgebietes von Ravensburg) wurde das Leben der Klosterfrauen erleichtert.

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erlosch hier das klösterliche Leben.

Während der großen Pestwelle 1628/29 wurden erstmals die Toten Weißenaus im direkten Umfeld der Kapelle beerdigt. Seit 1662 ist gibt es hier den offiziellen Friedhof Weißenaus - damit einer ältesten der Region.

Die Kapelle wurde im 18. Jahrhundert barokkisiert.

40 Jahre nach der Säkularisation erhielt die Kirchengemeinde die Kapelle. Eigentlich sollte sie abgebrochen werden, wird aber bis zum heutigen Tag liebevoll gepflegt.


Abb. rechts: Kleiner Eingang der Friedhofskapelle, Südseite
Innenansicht der Kapelle
 
12.10 Uhr

Unter Einhaltung des Mindestabstandes pilgern wir zurück nach Weissenau, vorbei an der Klosterkirche, durch den Torbogen zum Torplatz.

Wir trinken im 'Scharfen Eck' ein Bier.

Anschließende Verabschiedung.
Abb. rechts: Allee zur Kosterkirche Weissenau

 

Die Gruft (Führung in Bildern)

Blutfreitag
Anno Domini Nostri Iesu Christi

31 ♦ Mai ♦ 2019

Blutritt Film (externer Link)

Die Basilika in Weingarten beherbergt seit über 900 Jahren ein Kleinod, welches Gegenstand und Mittelpunkt der größten, regelmäßig wiederkehrenden Reiterprozession und Männerwallfahrt Europas ist. 

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Einige Tropfen Blut von Jesus Christus persönlich - in einem getrockneten Lehmklumpen - wird einmal im Jahr hervorgekramt aus seinem sicheren Tresor aus Panzerglas und Stahl, geschützt in der Basilika von Weingarten vor dem Unheilvollen.

An einem Freitag im Jahr - Dem Blutfreitag - trägt ein Mann das Heilige Blut - aufbewahrt im goldenen Reliquienschrein - durch Weingarten und das Umland. Dieser Mann ist der eigentliche Blutreiter - er reitet auf einem Pferd wie einst auch der Heilige Martin hoch zu Ross saß, als er seinen Mantel teilte und (den halben Mantel) einem frierenden Bettler reichte. Altruismus war immer schon Bestandteil christlicher Religionsformen. Dummerweise wird das in der wohlhabenden oberschwäbischen Region nicht immer gelebt.

Tausende, ausschließlich männliche Reiter, Teil ihrer Blutreitergruppen, reiten mit dem Blutreiter. Dieser hält die Blutreliquie hoch in seiner linken Hand, dem Pilgervolk entgegen. Dieses steht üblicherweise am Straßenrand und wartet auf Erlösung. Frauen sind als Blutreiter nicht zugelassen, außer sie verkleiden sich überzeugend als Männer. Ob Menschen des dritten Geschlechts eine Zulassung als Blutreiter erhalten, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden - Fragen dazu sind an den Vorstand der Blutfreitagsgemeinschaft Weingarten e. V. zu richten (Email: Vorstand@Blutfreitagsgemeinschaft-Weingarten.de)

Diese alljährliche Festlichkeit wird seit jeher als Blutritt bezeichnet. Der Blutritt ist religiöser und gesellschaftlicher Höhepunkt für die Stadt Weingarten und war dies auch für das ehemalige Kloster der Benediktiner im Seitenflügel der Basilika.

Von nah und fern, dem In- und Ausland strömen Pilger, Blutreiter und Neugierige in die Stadt. Am Blutfreitag beherrscht der Blutritt Weingarten. Wurstbudenbesitzer und sonstige mobile Fressanbieter verköstigen die Massen und spekulieren auf materielle Gewinne. So wird aus Spiritualismus Materialismus. Und während sich in den Mittagsstunden der Blutritt auflöst, automobile Blechmassen staulastig die Örtlichkeiten verlassen und Kehrmaschinen die Straßen von Weingarten von der Pferdescheiße befreien, hängt noch tagelang der würzige Geruch eben dieser zart in der Luft. a. r. mai/2019
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Bilder vom Blutritt werden gern entgegengenommen (Zustellung per Email blutritt@yahoo.de) und auf dieser Seite veröffentlicht

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*Satirikum